Impressum

zurück zu: Homepage Hospitalkirche

Studienkreis Meister Eckhart

Kontakt     Literatur zu Eckhart/Links     Mit Eckhart gepredigt     Wochenschluss mit Eckhart

Blick vom Hochchor der Predigerkirche Erfurt ins Kirchenschiff. Links neben dem Eingang saß Meister Eckhart
im Kreise seiner Mitbrüder.

Der Studienkreis Meister Eckhart findet immer montags um 19.30 Uhr in den Räumen des Pfarramts, Unteres Tor 9 statt.

Und zwar am:

  • 03. Dezember 18 An diesem Abend geht es um die Sermones, DW II* S.597-613 (Am elften Sonntag nach dem Fest ... ).
  • 21. Januar 19
  • 25. Februar 19
  • 18. März 19
  • 29. April 19
  • 27. Mai 19
  • 24. Juni 19

* Deutsche Werke (DW): "Predigten: Werke 1" und "Predigten und Traktate: Werke 2" von Nikolaus Lagier (Herausgeber), Deutscher Klassiker Verlag, Infos bei Amazon.



Das Buch vom Studienkreis
Lesen Sie mehr ...

  Mystik - das ist wohl das Stichwort, das uns zuerst eingefallen ist, als Herr Claus Henneberg von der Idee erzählte, einen Studienkreis zu Meister Eckhart ins Leben zu rufen. Ihm waren die Predigten und Traktate dieses mittelalterlichen Meisters der Theologie in die Hände gefallen. Sie hatten ihn nicht mehr losgelassen.
Mystik - darunter stellt sich der moderne Zeitgenosse vielleicht schummerige Beleuchtung und ebenso schummeriges, irgendwie religiöses Fühlen und Erleben vor. Damit ist man bei Eckhart aber an der falschen Adresse.

Um 1260 in Hochheim bei Erfurt in Thüringen geboren (zu dieser Zeit wurde das Hospital und die Hospitalkirche erbaut!), schloss sich Eckhart in seiner Jugend in Erfurt dem Dominikanerorden an und wurde in Köln, dann in Paris ausgebildet. 1302 legte er in Paris die Magisterprüfung ab - daher sein Beiname "Meister" - und bekleidete dann verschiedene höhere Funktionen in seinem Orden. Er wirkte dann als Lehrer an der Universität in Paris, gleichzeitig wurde er der erste Provinzial seines Ordens in Deutschland: von 1303 bis 1311 betreute er von Erfurt aus die Großprovinz "Saxonia" von Holland bis in die Mark Brandenburg. Ab 1314 wirkte er für seinen Orden von Straßburg aus. Nun gelangte er auch als Prediger zu höchstem Ruhm; zugleich wurde er der bedeutendste deutschsprachige Mystiker.

Eckharts Ziel war die Einswerdung der menschlichen Seele mit Gott, die "unio mystica" als Geburt Gottes im Seelengrund. Eckhart scheute auch kühne und spekulative Ansichten nicht. Er legte dabei den Grundstein für eine neue religionsphilosophische und mystische Begrifflichkeit in der deutschen Sprache. Thomas von Aquin, der Neuplatonismus, arabische Denker und der jüdische Philosoph Moses Maimonides haben Eckharts Denken geprägt. Er hat es seinen Schülern Johannes Tauler und Heinrich Seuse weitergegeben.

1322 kam Eckhart als Leiter des Grundstudiums nach Köln. Er geriet aber immer mehr mit der katholischen Kirche in Konflikt. Für die Lehre der Kirche beachtete er den Unterschied zwischen dem Sein Gottes und dem der Geschöpfe zu wenig. 1326 wurde er von Mitbrüdern seines Ordens denunziert und vor der Inquisition angeklagt. Er musste sich mehrfach in Avignon dem Verfahren stellen. Vorgehalten wurde ihm z. B. der Satz "dass Gott nicht über uns steht, sondern in uns Menschen lebt". Eckhart widerrief, trotzdem starb er zwei Jahre später im Ruf eines Irrlehrers. Papst Johannes XXII. verurteilte 1329 - kurz nach Eckharts Tod - 17 Textstellen aus seinen Werken als häretisch und 11 als häresieverdächtig. (vgl. Artikel „Eckhart“ bei heiligenlexikon.de)

Seit November 2005 beschäftigt sich eine Gruppe von Gemeindemitgliedern und anderen Interessierten einmal im Monat mit den Predigten des thüringischen Dominikaners und Theologieprofessors Eckhart, die er 200 Jahre vor Martin Luther auf Deutsch gehalten hat. Allein die Tatsache, dass er sich nicht in lateinischer Sprache an Theologen, sondern direkt an das Volk wendet, ist bemerkenswert. Er setzt zwar in seinen wortgewaltigen deutschen Predigten das um, was er an Glaubenserkenntnissen erarbeitet hat, weist aber auch den Weg, den jeder Mensch in seinem Leben auf der Suche nach Gott gehen kann. Man hat ihn deshalb einen "Lebemeister" genannt, im Unterschied zum "Lesemeister", der er als Professor war. Die entscheidende Aussage Meister Eckharts ist: Entledige dich deiner Fixierung auf die Dinge dieser Welt und ergebe dich mit deinem Eigenwillen in den Willen Gottes. In diesem Augenblick der „Gelassenheit“ oder sagen wir besser „Überlassenheit“ geschieht in der Seele des Menschen durch Gottes Gnade die Geburt des Sohnes, der wesensgleich mit Gott dem Vater ist.

Eckhart schreibt: „Es ist Gott wertvoller, dass er geistig geboren werde von einer jeglichen Jungfrau – will sagen – von einer jeglichen guten Seele, als dass er von Maria leiblich geboren wurde.“ Dies geschieht im Seelengrund oder „Seelenfünklein“ und ist ganz Gottes Werk, auf das der Mensch keinen Zugriff hat. Zu einer solchen Erkenntnis gelangte Eckhart nicht durch „mystische“ Innenschau, sondern auf philosophischem Wege „im Licht der Vernunft“, die dem Menschen von Gott anvertraut ist. „Grobsinnige Leute müssen das glauben, Feinsinnige können das wissen“, sagt Eckhart.

Fast 500 Jahre lang war es still um Meister Eckhart geworden, bis ihn die deutsche Romantik und die Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts (z.B. Erich Fromm „Haben oder Sein“) wieder entdeckt hat. Seitdem nimmt sein Einfluss auch in der evangelischen Theologie langsam aber stetig zu, weil sie sich davon eine neue, tiefere Begründung des christlichen Glaubens in Zeiten der Ratlosigkeit und esoterischen Beliebigkeit versprechen darf.

Die spannende Frage lautet: Wandert mit Eckhart, der zu Lebzeiten katholisch war, vergessenes Gedankengut wieder in den evangelischen Glauben ein oder war dieses Gedankengut schon immer da? Hat der Reformator Martin Luther (1483–1546) Eckhart gelesen und seine Schriften gekannt? Neuere Forschungen bejahen das und legen eindrucksvolle Beweise vor. So hat Luther in jungen Jahren eine Ausgabe mit Predigten des Eckhartschülers Johannes Tauler (1300–1361) in Händen gehabt und handschriftlich reich und zustimmend kommentiert. Fünf Predigten in Taulers Sammlung stammen gar nicht von Tauler, sondern von Meister Eckhart. „Die leibliche Geburt Christi bedeutet immer seine geistliche Geburt, wie er in uns und wir in ihm geboren werden; davon Paulus sagt, Galater 4: Liebe Kinder, ich gebäre euch abermals, bis Christus in euch bereitet werde. Zwei Dinge sind zu solcher Geburt notwendig, Gottes Wort und der Glaube, in denen beiden die geistliche Geburt Christi vollbracht wird.“ Eckhart oder Tauler? Nein, Martin Luther in einer seiner Predigten, die zeigt, dass er in der Bibel immer wieder gefunden hat, was er bei Tauler und Eckhart gelesen hatte. Lesen Sie mehr ...

Wenn Sie Lust haben, mit uns der Predigt eines alten Meisters nachzusinnen, die Einsamkeit Ihrer protestantischen Seele (H.C. Zander) zu durchbrechen und die ein oder andere Perle auch für sich selbst zu entdecken, sind Sie herzlich eingeladen bei uns einzusteigen.  
   
                                Claus Henneberg/ Pfr. Johannes Taig


Literatur und Links zu Meister Eckhart

Literatur

Links


Mit Eckhart gepredigt

Klicken Sie zum Hören der Predigt auf das MP3-Symbol


Meditativer Wochenschluss im Jubiläumsjahr 2014

jeweils Freitag um 19 Uhr in der Hospitalkirche

 
 
Das Meister-Eckhart-Portal an der Predigerkirche in Erfurt

 


Dominikus in einem Fresko von Fra Angelico in
San Marco (Florenz) Bildquelle: Wikipedia

Die Referate der Abende: pdf-Datei, Acrobat-Reader erforderlich


Alle Predigtnummer nach DW*

  • 22. Oktober 18 (Sermones, DW II S.585-595)
  • 24. September 18 (Sermones, DW II S.571-583)
  • 23. Juli 18 (Sermones, DW II S.557-569, Vas auri solidum
  • 25. Juni 18 (Predigt 84, DW II, S. 199ff.)
  • 28. Mai 18 (Predigt 81, DW II, S.167ff.
  • 23. April 18 (Predigt 78, DW II, S. 147ff.)
  • 19. März 18 (Predigt 77, DW II, S. 139ff.)
  • 26. Februar 18 (Predigt 75, DW II S.117ff.)
  • 22. Januar 18 (Predigt 74, DW II S.101ff.)
  • 4. Dezember 17 (Predigt 73, DW II S. 91ff.)
  • 23. Oktober 17 (Predigt 67, DW II S.23ff.)
  • 25. September 17 (Predigt 64+65, DW S. 671 ff.)
  • 19. Juni 17 (Predigt 63, DW S. 663ff.)
  • 22. Mai 17 (Predigt 61, DW S. 645ff.)
  • 24. April 17 (Predigt 59, DW S. 625ff)
  • 20. März 17 (Predigt 58, DW S.617ff)
  • 20. Februar 17 (Predigt 57 DW S.607ff.)
  • 23. Januar 17 (Predigt 55, DW S.595ff.)
  • 24. Oktober 16 (Predigt 54A, DW S.573ff.)
  • 26. September 16 (Predigt 53, DW, S.565ff)
  • 18. Juli 16 (Predigt 50, DW, S.533 ff)
  • 20. Juni 16 (Predigt 49, DW, S.511 ff.)
  • 30. Mai 16 (Predigt 47, DW, S.497 ff.)
  • 18. April 16 (Predigt 46, DW, S.491ff.)
  • 14. März 16 Predigt 45, DW, S.481ff.)
  • 22. Februar 16 (Predigt 44 DW, S.469ff.)
  • 25. Januar 16 (Predigt 40, DW S.429ff.)
  • 07. Dezember 15: (Predigt 38, DW S.407ff.)
  • 19. Oktober 15 (Predigt 36a, DW S.385ff.)
  • 21. September 15 (Predigt 35, DW S.377ff.)
  • 20. Juli 15 (Predigt 33+34, DW, S.367ff.)
  • 22. Juni 15 (Predigt 24, DW, S.277ff.)
  • 18. Mai 15 (Predigt 24, DW, S.267ff.)
  • 20. April 15 (Predigt 14, DW, S.165ff.)
  • 23. März 15 (Predigt 15, DW S.173ff.)

Alle Predigtnummern nach Quint

Alle Infos im Flyer. pdf-Datei, Acrobat-Reader erforderlich                                            Lesen Sie hier einen Bericht. pdf-Datei, Acrobat-Reader erforderlich

Eckhart-Seminar in Bad Alexandersbad mit Prof. Dr. Dietmar Mieth vom 2.-4. Dezember 2016.
Alle Infos hier oder
im Flyer.

nach oben

Auf einen Blick     Friedenskirche Zedtwitz     Veranstaltungen     Gemeindebrief     Kirchenvorstand     (Hör)Predigt
Kindergottesdienst     Meditativer Wochenschluss     Studienkreis Meister Eckehart     Taufe, Trauung & Co
Konfirmation     Jubelkonfirmation     Senioren     Gemeindegebiet     Virtueller Kirchenführer    Schatzkästlein Hofs
Die Kassettendecke     Kirchenmusik     Zurück zur: 
Homepage

Datenschutz