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Studienkreis Meister Eckhart

Kontakt     Literatur zu Eckhart     Mit Eckhart gepredigt     Wochenschluss mit Eckhart

 

Der Studienkreis Meister Eckhart findet immer montags um 19.30 Uhr in den Räumen des Pfarramts, Unteres Tor 9 statt.

Und zwar am:

  • 26. September 16: An diesem Abend geht es um die Predigt 53, DW* S.565ff.
     
  • 24. Oktober 16
  • 2.-4. Dezember 16 (Eckhartseminar in Bad Alexandersbad mit Prof. Dr. Dietmar Mieth, erste Infos hier ...)

* Deutsche Werke (DW): "Predigten: Werke 1" und "Predigten und Traktate: Werke 2" von Nikolaus Lagier (Herausgeber), Deutscher Klassiker Verlag, Infos bei Amazon.



Das Buch vom Studienkreis
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  Mystik - das ist wohl das Stichwort, das uns zuerst eingefallen ist, als Herr Claus Henneberg von der Idee erzählte, einen Studienkreis zu Meister Eckhart ins Leben zu rufen. Ihm waren die Predigten und Traktate dieses mittelalterlichen Meisters der Theologie in die Hände gefallen. Sie hatten ihn nicht mehr losgelassen.
Mystik - darunter stellt sich der moderne Zeitgenosse vielleicht schummerige Beleuchtung und ebenso schummeriges, irgendwie religiöses Fühlen und Erleben vor. Damit ist man bei Eckhart aber an der falschen Adresse.

Um 1260 in Hochheim bei Erfurt in Thüringen geboren (zu dieser Zeit wurde das Hospital und die Hospitalkirche erbaut!), schloss sich Eckhart in seiner Jugend in Erfurt dem Dominikanerorden an und wurde in Köln, dann in Paris ausgebildet. 1302 legte er in Paris die Magisterprüfung ab - daher sein Beiname - und bekleidete dann verschiedene höhere Funktionen in seinem Orden. Er wirkte dann als Lehrer an der Universität in Paris, gleichzeitig wurde er der erste Provinzial seines Ordens in Deutschland: von 1303 bis 1311 betreute er von Erfurt aus die Großprovinz "Saxonia" von Holland bis in die Mark Brandenburg. Ab 1314 wirkte er für seinen Orden von Straßburg aus. Nun gelangte er auch als Prediger zu höchstem Ruhm; zugleich wurde er der bedeutendste deutschsprachige Mystiker.

Eckharts Ziel war die Einswerdung der menschlichen Seele mit Gott, die "unio mystica" als Geburt Gottes im Seelengrund. Eckhart scheute auch kühne und spekulative Ansichten nicht. Er legte dabei den Grundstein für eine neue religionsphilosophische und mystische Begrifflichkeit in der deutschen Sprache. Thomas von Aquin, der Neuplatonismus, arabische Denker und der jüdische Philosoph Moses Maimonides haben Eckharts Denken geprägt. Er hat es seinen Schülern Johannes Tauler und Heinrich Seuse weitergegeben.

1322 kam Eckhart als Leiter des Grundstudiums nach Köln. Er geriet aber immer mehr mit der katholischen Kirche in Konflikt. Für die Lehre der Kirche beachtete er den Unterschied zwischen dem Sein Gottes und dem der Geschöpfe zu wenig. 1326 wurde er von Mitbrüdern seines Ordens denunziert und vor der Inquisition angeklagt. Er musste sich mehrfach in Avignon dem Verfahren stellen. Vorgehalten wurde ihm z. B. der Satz "dass Gott nicht über uns steht, sondern in uns Menschen lebt". Eckhart widerrief, trotzdem starb er zwei Jahre später im Ruf eines Irrlehrers. Papst Johannes XXII. verurteilte 1329 - kurz nach Eckharts Tod - 17 Textstellen aus seinen Werken als häretisch und 11 als häresieverdächtig. (vgl. Artikel „Eckhart“ bei heiligenlexikon.de)

Seit November 2005 beschäftigt sich eine Gruppe von Gemeindemitgliedern und anderen Interessierten einmal im Monat mit den Predigten des thüringischen Dominikaners und Theologieprofessors Eckhart, die er 200 Jahre vor Martin Luther auf Deutsch gehalten hat. Allein die Tatsache, dass er sich nicht in lateinischer Sprache an Theologen, sondern direkt an das Volk wendet, ist bemerkenswert. Er setzt zwar in seinen wortgewaltigen deutschen Predigten das um, was er an Glaubenserkenntnissen erarbeitet hat, weist aber auch den Weg, den jeder Mensch in seinem Leben auf der Suche nach Gott gehen kann. Man hat ihn deshalb einen "Lebemeister" genannt, im Unterschied zum "Lesemeister", der er als Professor war. Die entscheidende Aussage Meister Eckharts ist: Entledige dich aller deiner Egoismen und ergebe dich mit deinem Eigenwillen in den Willen Gottes - "Dein Wille geschehe!" In diesem Augenblick der Gelassenheit geschieht in der Seele des Menschen durch Gottes Gnade die Geburt des Sohnes, der wesensgleich mit dem Vater ist.

Zu einer solchen Erkenntnis gelangte der Meister jedoch nicht durch "mystische" Innenschau, sondern auf philosophischem Wege "im Licht der Vernunft", die dem Menschen von Gott anvertraut ist. Fast 500 Jahre lang war es still um Meister Eckhart geworden, bis ihn die deutsche Romantik und die Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts (z.B. Erich Fromm "Haben oder Sein") wieder entdeckt hat. Seitdem nimmt sein Einfluss auch in der evangelischen Theologie langsam aber stetig zu, weil sie sich davon eine neue, tiefere Begründung des christlichen Glaubens in Zeiten der Ratlosigkeit und esoterischen Beliebigkeit versprechen darf.

„Der Mensch soll sich gewöhnen, sich in allen seinen Werken allzeit in das Leben und Wirken unseres Herrn Jesu Christi hineinzubilden, in all seinem Tun und Lassen, Leiden und Leben, und halte hierbei allzeit ihn vor Augen, so wie er uns vor Augen gehabt hat.“ (Eckhart, Traktate, S.76)

Wenn Sie Lust haben, mit uns der Predigt eines alten Meisters nachzusinnen, die Einsamkeit Ihrer protestantischen Seele (H.C. Zander) zu durchbrechen und die ein oder andere Perle auch für sich selbst zu entdecken, sind Sie herzlich eingeladen bei uns einzusteigen.  
   
                                Claus Henneberg/ Pfr. Johannes Taig


Literatur, Informationen und Links zu Meister Eckhart

 


Mit Eckhart gepredigt

Klicken Sie zum Hören der Predigt auf das MP3-Symbol


Meditativer Wochenschluss im Jubiläumsjahr 2014

jeweils Freitag um 19 Uhr in der Hospitalkirche

 


Dominikus in einem Fresko von Fra Angelico in
San Marco (Florenz) Bildquelle: Wikipedia

Die Referate der Abende: pdf-Datei, Acrobat-Reader erforderlich


Alle Predigtnummer nach DW*

  • 18. Juli 16 (Predigt 50, DW, S. 533 ff)
  • 20. Juni 16 (Predigt 49, DW, S. 511 ff.)
  • 30. Mai 16 (Predigt 47, DW, S.497 ff.)
  • 18. April 16 (Predigt 46, DW, S.491ff.)
  • 14. März 16 Predigt 45, DW, S.481ff.)
  • 22. Februar 16 (Predigt 44 DW, S.469ff.)
  • 25. Januar 16 (Predigt 40, DW S.429ff.)
  • 07. Dezember 15: (Predigt 38, DW S.407ff.)
  • 19. Oktober 15 (Predigt 36a, DW S.385ff.)
  • 21. September 15 (Predigt 35, DW S.377ff.)
  • 20. Juli 15 (Predigt 33+34, DW, S.367ff.)
  • 22. Juni 15 (Predigt 24, DW, S.277ff.)
  • 18. Mai 15 (Predigt 24, DW, S.267ff.)
  • 20. April 15 (Predigt 14, DW, S.165ff.)
  • 23. März 15 (Predigt 15, DW S.173ff.)

Alle Predigtnummern nach Quint

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