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2. Buch der Könige Kapitel 20
König Hiskia, von dem im
folgenden die Rede ist regiert zu einer späteren Zeit. Bedrohung geht nun
nicht mehr von den Philistern sondern von den Großmächten des damaligen
Orients aus, die sich einander ablösen: Assur und Babylon. Die biblische
Bewertung der Könige orientiert sich meist danach, inwieweit sie Gott
gehorchten und sich ihm unterwarfen:
1 In jenen Tagen wurde
Hiskija schwer krank und war dem Tod nahe. Der Prophet Jesaja, der Sohn
des Amoz, kam zu ihm und sagte: So spricht der Herr: Bestell dein Haus;
denn du wirst sterben, du wirst nicht am Leben bleiben.
2 Da drehte sich Hiskija mit dem Gesicht zur Wand und betete zum Herrn:
3 Ach, Herr, denk daran, daß ich mein Leben lang treu und mit aufrichtigem
Herzen meinen Weg vor deinen Augen gegangen bin und daß ich immer getan
habe, was dir gefällt. Und Hiskija begann laut zu weinen.
4 Jesaja hatte aber die innere Stadt noch nicht verlassen, als das Wort
des Herrn an ihn erging:
5 Kehr um, und sag zu Hiskija, dem Fürsten meines Volkes: So spricht der
Herr, der Gott deines Vaters David: Ich habe dein Gebet gehört und deine
Tränen gesehen. Nun heile ich dich. Übermorgen wirst du zum Haus des Herrn
hinaufgehen;
6 zu deiner Lebenszeit will ich noch fünfzehn Jahre hinzufügen. Und ich
will dich und diese Stadt aus der Hand des Königs von Assur retten und
diese Stadt beschützen, um meinetwillen und um meines Knechtes David
willen.
7 Darauf sagte Jesaja: Holt einen Feigenbrei! Man holte ihn, strich ihn
auf das Geschwür, und der König wurde gesund.
8 Hiskija aber fragte Jesaja: Was ist das Zeichen dafür, daß der Herr mich
heilen wird und ich übermorgen zum Haus des Herrn hinaufgehen werde?
9 Jesaja antwortete: Das soll für dich das Zeichen des Herrn sein, daß der
Herr sein Versprechen halten wird: Soll der Schatten zehn Stufen weiter
abwärts oder zehn Stufen rückwärts gehen?
10 Hiskija erwiderte: Für den Schatten ist es ein leichtes, zehn Stufen
weiter abwärts zu gehen. Nein, er soll zehn Stufen rückwärts gehen.
11 Da rief der Prophet Jesaja zum Herrn, und dieser ließ den Schatten die
zehn Stufen zurückgehen, die er auf den Stufen des Ahas bereits
herabgestiegen war.
12 Damals sandte Merodach-Baladan, der Sohn Baladans, der König von Babel,
einen Brief und Geschenke an Hiskija; denn er hatte von seiner Krankheit
gehört.
13 Hiskija freute sich darüber und zeigte den Gesandten sein ganzes
Schatzhaus, das Silber und das Gold, die Vorräte an Balsam und feinem Öl,
sein Waffenlager und alle anderen Schätze, die er besaß. Es gab nichts in
seinem Haus und in seinem Herrschaftsbereich, das er ihnen nicht gezeigt
hätte.
14 Danach kam der Prophet Jesaja zu König Hiskija und fragte ihn: Was
haben diese Männer gesagt? Woher sind sie gekommen? Hiskija antwortete:
Sie sind aus einem fernen Land, aus Babel, gekommen.
15 Er fragte weiter: Was haben sie in deinem Haus gesehen? Hiskija
antwortete: Sie haben alles gesehen, was in meinem Haus ist. Es gibt
nichts in meinen Schatzkammern, das ich ihnen nicht gezeigt hätte.
16 Da sagte Jesaja zu Hiskija: Höre das Wort des Herrn:
17 Es werden Tage kommen, an denen man alles, was in deinem Haus ist,
alles, was deine Väter bis zum heutigen Tag angesammelt haben, nach Babel
bringt. Nichts wird übrigbleiben, spricht der Herr.
18 Auch von deinen eigenen Söhnen, die du noch bekommen wirst, wird man
einige mitnehmen, und sie werden als Kämmerer im Palast des Königs von
Babel dienen müssen.
19 Hiskija sagte zu Jesaja: Das Wort des Herrn, das du mir gesagt hast,
ist gut. Und er dachte: Wenn nur zu meinen Lebzeiten noch Friede und
Sicherheit herrschen.
20 Die übrige Geschichte Hiskijas und alle seine Erfolge, wie er den Teich
und die Wasserleitung angelegt und das Wasser in die Stadt geleitet hat,
das alles ist aufgezeichnet in der Chronik der Könige von Juda.
21 Hiskija entschlief zu seinen Vätern, und sein Sohn Manasse wurde König
an seiner Stelle.
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